Transsibirische Eisenbahn

Schon als Schulkind bin ich gerne gereist. In den 70ern groß geworden, machten meine Eltern mit mir die klassischen Bayern- und Österreichreisen. Einmal ging es mit dem Auto sogar bis nach Sizilien. Ich fand das alles sehr aufregend. Mit 16 Jahren lernte ich Rüdiger Nehberg bei einem Vortrag kennen. Er weckte die Reise- und Abenteuerlust in mir. Schon 4 Monate später schnallte ich mir erstmals einen Rucksack auf den Rücken und machte mich zusammen mit einem Kumpel auf den Weg nach Frankreich. Dort fuhren wir kreuz und quer mit der Eisenbahn und per Anhalter durch die Gegend. Weil das Geld schnell knapp wurde, ernährten wir uns von kalten Ravioli und schliefen in fahrenden Zügen, denn Jugendherbergen und Zeltplätze waren teuer. Handys gab es noch nicht und unsere Eltern mußten darauf vertrauen, dass wir irgendwann gesund zurückkehren würden.

Mit dem Rucksack in Frankreich unterwegs (Zeichnung, die ich mit 16 Jahren angefertigt habe)

Ich denke sehr gerne an diese Zeit zurück. Ohne Sprachkenntnisse in einem fremden Land ist man auf die Gastfreundschaft und den guten Willen der Einwohner angewiesen. Ich habe damit auf all meinen Reisen gute Erfahrungen gemacht. Diese Abhängigkeit hat mir geholfen, einen Stück meiner deutschen Arroganz hinter mir zu lassen und demütiger durchs Leben zu gehen.

Mit zunehmenden Alter wuchsen meine Reiseträume und zum Glück auch mein Geldbeutel. Ich gönnte mir viele Reisen in fast alle Ecken der Welt. Ich genoss den Komfort guter Hotels und organisierter Touren. Besonders im Gedächtnis bleiben aber stets die Reisen außerhalb der „4-Sterne-Welten“, selbst organisiert, mit spontanen Entscheidungen. Auf diesen Reisen habe ich beeindruckende Menschen getroffen und großartige Augenblicke erlebt. In Zeiten von Effizienz und durchgetaktetem Alltag erlebe ich eine besondere Genugtuung in der Entschleunigung und der Möglichkeit, souverän entscheiden zu können, wann ich wo sein möchte. Hinzu kommt die Chance auf überraschende Begegnungen, die den Geist bereichern und das Gedächtnis für Jahrzehnte mit Erinnerungen speisen – Erinnerungen, die kein Bankkonto, keine Villa und kein Ferrari je produzieren könnten.

Nach einer Nacht mit heftigem Regen mußten alle Sachen getrocknet werden. Das Sommerzelt für 69,- Deutsche Mark versagte total 🙂

In der Rubrik „Reisen“ möchte ich mit kleinen Geschichten und Fotos Eindrücke aus meinen Reisen vermitteln, die anderen Menschen Lust auf die Begegnung mit fremden Ländern, Kulturen und der Natur machen sollen. Mir selbst möchte ich außerdem helfen, meine Erinnerungen wach zu halten.

Meine letzte Reise führte mich nach Vietnam. Eine Rundreise von Nord nach Süd hinterließ viele Eindrücke, die ich in einem Clip zusammengefügt habe:

 

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