Unterwegs in Norddeutschland

Ich bin 2012 von Berlin nach Venedig gewandert. Es dauerte lange, bis alle Erlebnisse und Eindrücke dieser Reise in meinem Bewußtsein ankamen. Etwas stand aber schon früh fest: Das war nicht die letzte Reise dieser Art. Die langsame Art des Reisens und die tägliche spontane Zielfindung ließen viel Raum für unerwartete Erlebnisse und für Begegnungen mit dem inneren Ich. Also begann ich schon bald über eine Fortsetzung der Wanderung nachzudenken.

Meine erste Idee war, irgendwann die Wanderung in Venedig fortzusetzen und von dort aus bis nach Peking zu laufen. Das war reizvoll, hatte aber ganz praktische Nachteile: Die teilweise unterentwickelte Infrastruktur und die diversen Staaten mit anspruchsvollen Einreise- und Durchreisebestimmungen auf der Strecke hätten eine detaillierte Planung erfordert und das entspannte Wandern wäre zu einem generalstabsmäßigen Projekt mutiert. Kein Raum für Spontanität.

Mit dem Rad vor den bayerischen Alpen

Die nächste Idee war die Umrundung der USA. Meine bisherigen ausgedehnten Reisen dorthin hatten es zu einem Favoriten auf meiner Liste werden lassen. Politisch sind die USA „sehr bedenklich“, landschaftlich sind sie traumhaft. Das Problem: Eine solche Wanderung hätte anderthalb bis zwei Jahre Zeit gekostet. Eine gute Idee für den Ruhestand 🙂

Plötzlich war alles ganz klar: Ich umrunde Deutschland! Keine Planung erforderlich. Startzeitpunkt: Egal. Reizvolle Landschaft? Die deutsche Grenze läuft an 9 unterschiedlichen Ländern vom Flachland bis in Höhen von 3.000 m. Das ist Abwechslung pur und ganz sicher atemberaubend schön.

Eine Wanderung würde sechs bis acht Monate dauern. Diese Zeit möchte ich momentan nicht investieren. Da ich im August letzten Jahres mein Auto gegen ein Pedelec (oft auch E-Bike genannt) getauscht habe, dauerte es nicht lange bis zur naheliegensten aller Lösungen: Ich mache die Tour mit dem Rad!

 

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